Das Schloß Terre Neuve
Bauwerk unter Denkmalschutz
In der Vendée, vor den Pforten von Fontenay-le-Comte, das François I. im Zeitalter der Renaissance als "Quelle des Schöngeistes" bezeichnet hatte, steht das Schloß Terre-Neuve.
Terre-Neuve ist das gemeinsame Werk eines Dichters und eines Künstlers.
Dieses Schloß wurde vom Architekten Jean Morisson errichtet, auf Anordnung des Dichters Nicolas Rapin, Magistrat und Soldat, Anhänger von Cujas und des Präsidenten Harlay, vize-Seneschal von Bas-Poitou, Großvogt des Konnetabels von Frankreich - und in dieser Eigenschaft, Gefährte des Königs Heinrich IV. besonders bei den Feldzügen von Arques und Ivry.
Nicolas Rapin ist auch Poet. Griechisch, Lateinisch, Französisch, ländliche Reime oder gelehrte Verse,
Nicolas Rapin geht mühelos von den oberflächlichen Themen zu schwerwiegendsten Problemen über.
Sein bewundernswertester Ehrentitel ist l sein Beitrag zu der "Satire Ménipée", eines der berühmtesten politischen Flugblätter der französischen Litteratur, das die Exzesse der liga deunzierte.
In Terre-Neuve empfing Nicolas Rapin die Elite aller Intellektuellen der Renaissance : sein Freund Sully liebte es besonders hier Agrippa d'Aubigné, François Viète, J. du Fouilloux, Tiraqueau...
zu begegnen. Er stirbt im jahr 1608 und da ihn keines seiner neun Kinder überlebt hat, geriet der Besitz in Vergessenheit und wurde von den lazaristischen Missionären aufgekauft.
Zu Beginn des XIX. jahrhunderts ging es in den Besitz des Grafen de Vassé über, Bürgermeister von Fontenay-le-Comte und Abgeordneter der Vendée.
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Sein Enkel, Octave de Rochebrune, geboren am 1. April 1824, gestorben am 7. Juli 1900, ist jener Künstler, der ab 1840 die Zuflucht des Dichters, die inzwischen die seine geworden war, ein halbes Jahrhundert lang durch das Herbeitragen von Prachtstücken aus aller Welt bereichert hat.
Er war Radierer und Bildhauer. Er ließ diverse Architekturfragmente herschaffen, besonders aus der Ruine des von totaler Zerstörung bedrohten Schlosses Coulonges-les-Royaux.
Während er sein Studium am Collège Stanislas von Paris, unter der Leitung von Jean-Louis Petit noch nicht abgeschlossen hat, ermöglicht ihm eine Graphitstifzeichnung der Apsis von Notre Dame de Paris am Salon 1845 teilzunehmen.
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Als er 1848 von seinen Eltern zurückgerufen wird, verläßt er Paris um in seine Heimat, die Vendée zurückzukehren. Er heiratet dort Mademoiselle Alix du Grelier du Fougeroux, die ihn in seiner ganzen künstlerischen Karriere immer unterstützen sollte.
Er verläßt die Salons, macht aus seinem Haus ein Museum; er sammelt alte Möbel, Kunstgegenstände und Wertgegenstände.
Neben seiner Kunst der Zeichnung eignet er sich auch die Kunst der Bildhauerei an und zögert nicht selbst, mit Hife von Winkeleisen und Meißel, sein Haus zu verschönern.
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Octave de Rochebrune, der bis zu dieser Zeit nur die Lithographie kannte, entdeckt diese neue Technik und das edle Material Kupfer.
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Bevor er die Stiche der großen Bauwerke Frankreichs unternahm, die Wände dieses Speisezimmers so vorteilhaft schmücken, hat Octave de Rochebrune zahlreiche kleine Radierungen gemacht, deren Poesie und Aufrichtigkeit uns besonders berührt.
Im jahr 1861 unternimmt er eine Reise durch die Vendée, "Schritt für Schritt" wie er selbst sagt. Er illustriert auf diese Weise das von Benjamin Fillon verfaßte wunderschöne Werk "Poitou und Vendée", und hinterläßt uns wertvolle Dokumente über diese Provinz.
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Unermüdlich arbeitend, macht Octave de Rochebrune auf diese Weise 492 Kupferstiche bevor er in Terre-Neuve stirbt.
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Diese große Kupferstecher, der sein Land über alles geliebt hat, der die schöne Architektur geliebt hat, hätte, wie es zum Beispiel sein Zeitgenosse Charles Méryon von ihm gesagt hat, "der Piranesi seiner Zeit" sein können und bleibt eine der Berühmtheiten unserer Vendée.
Seine Tochter Elisabeth heiratet den Grafen Raoul du Fontenioux und es sind ihre Nachkommen, die dieses Bauwerk weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich machen.
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Das Schloß Terre-Neuve
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